Historie der Firma Dürfeldt

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Firma  Hermann Dürfeldt
 

Der Gründer des Geschäftes Johann Christian Herrmann D Ü R F E L D T  wurde am 13. Mai 1813 in Artern, Kreis Sangerhausen, Thür. geboren. Sein Vater Johann August Dürfeldt, geb. in Gotha, war zur Zeit der Geschäftsgründung Hauptmann u. Obersteuer-Controleur und in Torgau stationiert. Seine Mutter Charlotte geb. Kretzschmar war eine Predigerstochter aus Eisleben.

Das Nadlergewerbe hat er in Eilenburg gelernt und ist bis 1832 als Geselle dort tätig gewesen.
Die Erlaubnis zum Wandern im In- u. Ausland ist ihm am 12. Dezember 1832 in Eilenburg vom Polizeibüro genehmigt worden. Seine Wanderschaft hatte er Ende Dezember 1832 bereits beendet und ist von Dez.1832 bis 1836 als Nadlergeselle bei der Firma Bellmann & Sohn in Rosswein in Stellung gewesen.

Seine Frau   – 1. Ehe - war Auguste Amalie geb. Bellmann aus Roßwein, getraut Mitte Oktober 1836, gestorben am 13.Februar 1837 in Nossen.

Seine Frau   – 2. Ehe - war  Jahanna Karoline geb. Eckelmann (Wirtstochter Deutsches Haus), gestorben am 2. September 1843 in Nossen. Aus dieser Ehe stammen 3 Kinder, Louise 1838, Hermann 1841 u. Anna 1842-1847.

Seine Frau   - 3. Ehe - war Sophie Ernestine geb. Gruno aus Jüderbog, geb.3.März 1823, getraut 21.August 1845 in Jüderbog und gestorben am 4.Mai 1909 in Nossen, begraben auf dem alten Friedhof. Sie ist von 1845 –1882 eine treue Mitarbeiterin im Geschäft gewesen und hat sich viel Verdienste um den Aufschwung der Firma erworben.

Anfang Oktober 1836 ist der Gründer von Rosswein nach Nossen verzogen und hat im Funke’schen Hause am Markt, neben Winklers Bäckerei (Filiale Seidel), später vom Kürschner Schreiber (dann Hanthe jetzt Rost/Wolf) den Laden gekauft und Wohnung gemietet.

Am 29.Dezember 1842 kaufte er vom Stellmacher Fr. Wilh. Gelbrich in Nossen das am Markt gelegene Wohnhaus mit Hinter- u. Seitengebäuden, zwischen dem Wagner’schen Gasthof (“Goldener Stern”, dann “Cafe Kraus”) und dem Schmied Uhlemann (“Schmorl”, jetzt “Schlecker”) für 4400 Taler inkl. sofortiger Anzahlung von 1900 Talern. Die Lokalitäten im eigenen Grundstück wurden vergrößert, ebenso das Raumlager vermehrt. Der Handel im Geschäft bestand hauptsächlich aus Kurzwaren (Eisenwaren), Spielwaren, Steingut und Glaswaren. Spezialität waren Schneiderartikel (Knöpfe , Borten, Bänder, Zwirne u. Optikgeräte (Brillen aus Rhatenow). Ein Sondergeschäft des Inhabers war Ein- u. Verkauf von Lumpen, Knochen, Altmetallen aller Art, wie Eisen, Messing u. Kupfer.

Laut Bürgerschein v. 16.2.1836 hat der Geschäftsinhaber das Nossener Bürgerrecht erworben. Eine Bedingung stellte der derzeitige Bürgermeister an den Antragsteller. Der Nadlergeselle Hermann Dürfeldt sollte in Freiberg das Meisterrecht der Nadler erwerben. Dasselbe ist bald darauf in der Nadler-Innung in Freiberg eingeholt worden. Auch wurde dem neuen Bürger vom Bürgermeister sehr empfohlen, sich als Mitglied der Nossener Schützengilde und beim Turnverein anzumelden. Dem Wunsche wurde entsprochen und der Kaufmann Dürfeldt avancierte bald zum Leutnant der Gilde und später zum Ehrenmitglied des Turnvereins.

Sein ältester Sohn Karl Emil Hermann (1841-1916) hat als Kaufmann bei seinem Onkel Carl Naumann in Leipzig gelernt. Von da aus ging er nach Dresden zu Ullrich & Müller Eisen- u. Eisenwarengeschäft in Stellung. Dort hat er sich für das Eisenwarengeschäft stark interessiert und beim Eintritt ins väterliche Geschäft in Nossen sämtliche Eisenwaren sowie Stecheisen und Eisenbleche eingeführt. Im Jahre 1868 heiratete er die verwitw. Lina Wild geb. Burast aus Roßwein und übernahm in Mittweida das dortige Kurzwaren und Weisswarengeschäft.

Mit seiner Frau Sophie Ernestine hatte H.Dürfeldt 9 Kinder. Emilie 1846-48, Anna Franziska 47-48, Karl Emil Otto 1.11.49-20.11.49, Sophie 1852, Karl Otto 1854-1936, Alma 1858, Melene, Minna 1861, Johann Paul 1866-1945 u. Anna Elisabeth 16.12.-21.12.1870.

Des Gründers Sohn aus 3. Ehe, Carl Otto, geb. 2. Feb. 1854, lernte  als Kaufmann bei der Firma I-G Leistner in Chemnitz Kurz- und Galanteriewaren. Spezialtäten waren Küchen- u. Haushaltartikel. Es war ihm dort Gelegenheit geboten, ein kaufmännisches Wissen bestens anzueignen. Im Jahr 1872 verließ er Chemnitz, um einige Jahre bei der Firma Fa. Degner Eisen- u. Eisenwaren in Stettin zu arbeiten. Auf Wunsch seines Vaters kehrte er wegen seiner Militärstellung nach Sachsen zurück und ist von da an auch im Geschäft des Vaters tätig gewesen. Das Eisenwarengeschäft ist in den Reihen von Jahren mit Erfolg vergrößert worden. Im Jahre 1879 erteilte ihm sein Vater die Prokura für sein Geschäft. Auch wurden im Laufe der Zeit verschiedene Erweiterungsbauten auf dem Grundstück erforderlich. Es soll nicht unbemerkt bleiben, dass der größere Bau am Wohnhaus erfolgte. -Aufsetzen des 2.Stockwerkes zu Niederlagszwecken- um 1910 erfolgte. Nach 46-jähriger Tätigkeit war es dem Senior vergönnt, noch 17 Jahre mit seiner Gattin in Ruhe seinen Lebensabend zu genießen. Am 16.März 1899 hat er die Augen für immer geschlossen. Beerdigt wurde er auf dem alten Friedhof in Nossen.

Am 14.Juli 1882 übernahm der Sohn Carl Otto Dürfeldt käuflich das väterliche Grundstück und Geschäft. Seine Verheiratung mit Julie Lydia geb. Gruno hat am 28.April 1883 in Nossen stattgefunden. Mit vereinten Kräften ist am  Ausbau der Firma Hermann Dürfeldt gearbeitet worden. Der Segen ist auch nicht ausgeblieben.

Auf Anregung des befreundeten Schmiedemeisters Franz Gelbrich in Rüsseina wurde im Jahre 1892 für den Artikel „ Auswechselbare Kettenhalter für Rinder u. Pferde“ das Patent im Deutschen Reich beim Patentamt Berlin angemeldet.

Nach Aufgabe der Schneiderartikel wurden Küchen u. Hausratsartikel mehr gepflegt und durch neu zugelegte Geschenkartikel, wie Porzellan-, Glaswaren, Nickel und Lederwaren das Geschäft erweitert. Auch das Eisen- u. Eisenwarengeschäft nahm damit an Umfang durch das größere Sortiment zu.

Der älteste Sohn des Otto Dürfeldt (Gertrut 1884, Carl Hermann 1885-1939 u. Kurt 1896-1914) Carl Hermann Dürfeldt, geb. 22.Juli 1885, übernahm am 1.April 1919 käuflich das väterliche Grundstück und Geschäft unter dem alten Firmennamen Hermann Dürfeldt.

Die Eintragung im Grundbuch von Nossen des Amtsgericht ist am 20.Jan.1919 erfolgt.

H.D. hat seine 2 ½-jährige Lehrzeit im Eisenwarengeschäft nebst Haushaltsartikel der Fa. Georg Theile in Zittau ausgeübt. Danach hat er sofort seine 1-jährige Militärzeit im Jahr 1905 absolviert. Nach beendeter Militärzeit ging er zur Firma W. Koks nach Gelsenkirchen und dann zu einer Firma nach Dresden. Anschließend übernahm er das elterliche Geschäft in Nossen. Zu Anfang des Krieges 1914 musste er sofort in sein Regiment eintreten. Leider wurde sein Bruder Kurt tödlich verletzt und auch er 1915 schwer verwundet. Sein linker Oberarm und ein Ohr haben Schaden erlitten und so war eine völlige Genesung ausgeschlossen.

Die Eltern verzogen nach Dresden, um die benötigte Ruhe gemeinsam genießen zu können.

Otto D. starb 1936, seine Frau Lydia am 1. Mai 1946.

Der 3. Inhaber der Firma Hermann Dürfeldt verheiratete sich am 13.Mai 1919 mit Lotte Weber in Mittweida-Markersbach. In dieser Ehe wurden zwei Söhne ( Karl Hermann 4.12.21-16.10.74, Hans Joachim 16.2.26 ) geboren. Die furchtbare Inflation und die darauf folgende Deflation hat auch in die finanziellen Verhältnisse des Geschäftsinhabers eingeschlagen. Es ist ihm aber gelungen, die Krisis zu überwinden und das 100-jährige Geschäftsjubiläum gefestigt zu feiern. Leider verstarb H.D. an den Folgen seiner Kriegsverletzung 53–jährig am 6.8.1939. Am 1. September 1939 begann der 2.Weltkrieg. Sohn Karl Hermann wurde zum Militär eingezogen. Gute Eisenwarenhändler als Geschäftsführer waren rar. So wurde  Fritz Sachse, ein Finanzamtsmann, Pächter bis 1955.

Am 13.April 1955 übernahm  der 4.Dürfeldt’sche Inhaber das Geschäft Hermann Dürfeldt. Er heiratete 1949 die Wirtstochter Marianne Edeltraut Körner, geb. 17.4.1924, aus Helbigsdorf bei Mulda.

In dieser Ehe wurden 3 Söhne geboren (Hermann Bernd 1.11.49, Klaus Peter 1955 u. Lutz Gunther 1957).
Durch den verlorenen Krieg war Deutschland 1945-1990 geteilt und in den Ostteil von Deutschland zog der Sozialismus ein. Die privaten Verhältnisse waren im Osten bescheiden. Der Inhaber Karl Hermann D. hat mit seiner Ehefrau das Geschäft allein geführt.

Leider wurde auch er schwer krank und seine Frau und sein ältester Sohn Hermann Bernd, der bei der meissener Firma Carl Fleischer gelernt hatte, führten das Geschäft weiter. 1986 übernahm Sohn Hermann Bernd das Geschäft von seiner Mutter und führte es mit einem Kommissionsvertag weiter bis zur „Wende”. 1972 heiratete Bernd D. eine Tochter des Eisenbahners E. Thiel. Sohn Andre wurde am 25.11.1972 geboren. Er lernte ebenfalls Eisenwarenhändler bei der Firma Schubert in Meissen.

1991 trat Klaus Peter Dürfeldt als gelernter Werkzeugmacher in das Geschäft mit ein. Seine Spezialitäten sind Schlüsseldienst und Schärfarbeiten von Kettensägen und Kreissägeblättern.

Sohn Andre trat 1992 mit als Verkäufer und Computerexperte in die Firma ein. Seit 2000  arbeitet er in einem Kaufhaus in Mainz.
 

 

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